
Tim hatte seine besten und engsten Freunde zu sich nach Hause zum Essen eingeladen. Natürlich hatte er nicht selbst gekocht, das hätte in einer Katastrophe geendet und seine Mutter wäre wenig begeistert gewesen, die Küche so vorzufinden. Tim hatte bei dem von ihm und seinen Freunden favorisierten chinesischen Restaurant bestellt.
„Na wirst du diesen tollen China Lieferservice nicht vermissen?“, fragte Kerstin und nahm einen Happen ihrer Chinapfanne. „Du tust ja gerade so als gäbe es in Rostock keine Lieferdienste oder Restaurants.“, entgegnete Tim, der demnächst nach Rostock ziehen würde, um dort Physik zu studieren. Natürlich war es bei weitem nicht so groß wie Berlin, doch ein Dorf nun auch wieder nicht. Er würde dort schon nicht verhungern. Außerdem hätte er eh nicht so viel Geld, um ständig Essen bestellen zu können. Tim würde hauptsächlich in der Mensa essen. Die Preise für Studenten dort waren unschlagbar und lecker schmeckte es auch. Vielleicht würde er ab und an am Wochenende einen Catering Service nutzen. „Na ja wir werden dir etwas zu essen mitbringen, wenn wir dich besuchen kommen.“, meinte Kerstin. „Nicht, dass du uns da oben noch verhungerst.“ „Wie großzügig, aber ich wusste gar nicht, dass ich dich eingeladen hätte?“ „Oh mein Herz blutet, Tim. Unter diesen Umständen kann ich dir natürlich nicht mein Abschiedsgeschenk geben. Das ist ganz praktisch, ich wollte es eh viel lieber behalten.“ Tim horchte auf. Abschiedsgeschenk? Er wusste, dass sich Kerstin immer viel Mühe bei Geschenken gab. Ihre Weihnachtsgeschenke waren legendär. Man konnte sich wirklich glücklich schätzen, wenn man ein Geschenk von ihr bekam. „Kerstin, das hast du vollkommen falsch verstanden. Natürlich seid ihr alle ganz herzlich eingeladen. Dann entdecken wir gemeinsam die Catering Services!“ „Ja ja auf einmal. Das Geschleime kannst du dir trotzdem noch für später aufheben. Ich hab das Geschenk nämlich gar nicht mit. Das bekommst du erst bei deiner Abfahrt.“ Tim stöhnte, Kerstin wusste doch ganz genau, wie ungeduldig und zudem neugierig er war. Seine anderen Freunde wollten aber auch nicht damit herausrücken, was Kerstin sich da wieder hatte einfallen lassen. Es blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als sich noch einige Tage zu gedulden. Da er sein Geschenk eh noch nicht bekommen würde, ärgerte er noch ein wenig Kerstin. Wer weiß, wann er das nächste Mal dazu Gelegenheit hatte. Leider verging die Zeit mal wieder viel zu schnell und die ersten seiner Freunde verabschiedeten sich.
Excited!